Projektwoche Gesunde Schule


Realschule Bonn-Beuel „Gesunde Schule"

Abschlussbericht des Projekts im Rahmen des Förderprogramms "Gesunde Schule" 

der Robert Bosch Stiftung

Die Gesundheitsförderung ist im Schulprogramm der Realschule Beuel verankert und Bestandteil der beiden Schwerpunktbereiche der Schule, der Werteerziehung und der musisch-künstlerischen Erziehung. Unter dem Aspekt – Handeln in Verantwortung für die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden anderer in einer lebens"WERTEN" Schule! – wird ein ganzheitliches Konzept realisiert mit den Schwerpunkten:

  1. Musisch-künstlerische Bildung

    In einer reizüberfluteten, vom Medienkonsum bestimmten Lebensumwelt fehlt es den Kindern und Jugendlichen häufig an Eigentätigkeit und unmittelbaren originären Erfahrungen.
    Die Realschule Beuel macht ihren Schülerinnen und Schülern Erfahrungs- und Bildungsangebote durch:

    1. zweistündigen Musik- und Kunstunterricht in allen Klassenstufen
    2. musisch-künstlerische Schwerpunktsetzung ab Klasse 8
    3. Musik-Arbeitsgemeinschaften wie Unterstufenchor, Popchor, Band, Samba-Trommelgruppe, Flötenkreis
    4. Instrumentalunterricht am Nachmittag
    5. Theater- und Kostüm-AG
    6. jährlich stattfindende klassen- und stufenübergreifende Musical- und Theateraufführungen
    7. regelmäßige Besuche von Konzerten, Opern-, Musical- und Theateraufführungen zusätzlich zum Unterricht.

    Durch Singen, Musizieren, bildnerisches Gestalten, Theaterspielen und Begegnungen mit der Hochkultur sollen die SchülerInnen selbst aktiv werden, Freude am eigenen Tun entwickeln, ihr Selbstwertgefühl steigern und einen individuellen Zugang zur Kultur finden.
     

  2. Gewaltprävention

    Schon 1998 wurde an der Realschule Beuel die Streitschlichtung durch SchülerInnen eingerichtet, in den vergangenen Jahren hat sich eine stabile Streitschlichter-Kultur entwickelt. Regelmäßig werden SchülerInnen in der Klasse 9 zu Streitschlichtern/Mediatoren ausgebildet, um dann in der Klasse 10 selbstständig Konflikte ihrer MitschülerInnen zu bearbeiten und Streit gewaltfrei zu lösen.
    Ergänzt wird die Streitschlichtung durch die SchülerInnen der Schüleraufsicht, die ein Gesprächstraining durchlaufen haben, bei Verstößen von MitschülerInnen gegen die Schulordnung aktiv werden und die Lehreraufsicht selbstverantwortlich unterstützen.
    Weitere Projekte der Gewaltprävention werden in Zusammenarbeit mit dem Kommissariat Vorbeugung durchgeführt: Selbstbehauptungskurse für Mädchen, Konflikttraining für Jungen, Verhaltenstraining bei Mobbing, Erpressung und Gewaltandrohung für die Klassenstufe 7. Hinzu kommen die im Rahmen der Ordnungspartnerschaft der Beueler Polizei und der Beueler Schulen entwickelten präventiven Maßnahmen gegen Gewalt etwa durch Konzepte zur besseren Integration von Migranten.
    Die Projekte der Gewaltprävention führen in ihrer Gesamtheit zu einem weitgehend gewaltfreien und friedlichen Klima in der Realschule Beuel.

  3. Suchtprophylaxe

    Die präventiven Maßnahmen setzen im Biologieunterricht der Klassen 5/6 mit der Behandlung des Themas „Rauchens" ein, diese werden durch Projekte zum Thema „Rauchen" in allen Klassenstufen vertieft. Rauchen auf dem Schulgelände wird geahndet und durch umfassende Aufsichtsführung und Kontrolle der Lehrerschaft weitgehend verhindert.
    Thematischer Schwerpunkt im Biologieunterricht der Klassen 7/8 sind „Alkohol und Rauschdrogen", ergänzt durch ganztägige Informations- und Präventionsveranstaltungen zu Alkohol und Rauschdrogen für die Klassen 7 im Kommissariat Vorbeugung.
    In aktuellen Fällen von Drogenmissbrauch werden die Polizeidienststelle Beuel und die Drogenberatung der Stadt Bonn eingeschaltet.
    Speziell präventive Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch an Karneval werden in enger Zusammenarbeit mit der Bezirksverwaltungsstelle Beuel, der Polizeidienststelle Beuel und der Schulleitung durchgeführt.
    Darüber hinaus wird die Thematik Alkohol/Drogen/Sucht in den Fächern Religion, Praktische Philosophie, Sozialwissenschaften, Deutsch und Kunst behandelt und damit vielschichtig und mehrperspektivisch bearbeitet.

  4. Schulsport

    Der Schulsport bietet ein großes Spektrum von Möglichkeiten zum gesundheitsbedeutsamen Handeln. Grundlage aller gesundheitserzieherischen Bemühungen ist das Erleben des Wohlbefindens bei Bewegung, Spiel und Sport.
    Erreicht werden soll dies durch
    - abwechslungsreiche Unterrichtsinhalte (Lehrplan)
    - Beteiligung der Schüler an deren Auswahl
    - Setzen individuell erreichbarer Ziele (Differenzierung)
    - Bildung von Interessengruppierung im Rahmen von Parallelunterricht innerhalb einer Klassenstufe
    - Sportangebote im Wahlpflichtbereich der Klassen 9 und 10
    - Angebot von freiwilligen Schülersportgemeinschaften
    - Durchführung schulinterner Wettkämpfe (Bundesjugendspiele, Stufenmeisterschaften)
    - Teilnahme an Stadtmeisterschaften
    - Erwerb von Laufabzeichen (Ausdauerschulung)
    - Selbstorganisation oder Teilnahme an Sponsorenläufen, bei denen neben der persönlichen Ausdauerleistung
       der Blick auf Kinderschicksale in anderen Teilen der Welt gelenkt wird.

    Im Sportunterricht erfolgt im Rahmen der Vermittlung von Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz eine stärkere Akzentuierung gesundheitsbedeutsamer Zusammenhänge in den jeweiligen Inhaltsbereichen. Darüber hinaus wird „Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln" als eine der pädagogischen Perspektiven des Sportunterrichts selbst zum Thema von Unterrichtsvorhaben (Ausdauerschulung mit Pulsmessung, Entspannungsgymnastik, Rücken- und Haltungsschule u.a.).

  5. Gesunde Ernährung

    Im Biologieunterricht der Klassen 5 und 6 werden Projekte zum Thema „Gesundes Frühstück" durchgeführt. Thematischer Schwerpunkt ist hier das Übergewicht von Kindern und Jugendlichen.
    In den Klassen 9 und 10 stehen ernährungsbedingte Krankheiten im Mittelpunkt, insbesondere Bulimie, Magersucht und wiederum Übergewicht. Die Behandlung der Themen erfolgt in Zusammenarbeit mit Medizinern der Universitätskliniken der Stadt Bonn.
    Im Hauswirtschaftsunterricht erfahren die SchülerInnen etwas über die gesunde Zusammensetzung der Ernährung und Zubereitung der Speisen und erproben die praktische Umsetzung etwa im Bereich schonender 
    Garungsmethoden und der Anfertigung von Rohkostgerichten.
    Zusätzlich wird die Ernährungsberatung der AOK in Anspruch genommen.
    Gesundes Frühstück, s. Punkt 6; Pausenaktivitäten


  6. Pausenaktivitäten

    Um dem Bewegungsdrang der Schülerinnen und Schüler Rechnung zu tragen, wurden im Schulgelände verschiedene Spielzonen geschaffen:

    - Basketballaußensportanlage, Basketballübungskörbe
    - Volleyballfeld im Wiesenbereich
    - Spielflächen für Fußball
    - Tischtennisplatten
    - Kletterstangen, Balancierbalken
    - Innenhofnutzung für Stelzenlauf, Jonglieren, Seilspringen
       Hoola Hoop, Family-Tennis u. a.

    Die jeweils benötigten Utensilien hält ein Spielgeräteverleih bereit (Pfandsystem). Am Rande der „Aktivzonen" sollen im Zuge einer Neugestaltung der Außenanlagen „Ruhezonen" mit Sitzsteinen und Bänken eingerichtet werden.
    Am Schulkiosk können belegte Brötchen, Kakao und Säfte (Apfelsaftschorle) gekauft werden. Der Erlös kommt der Schülerschaft in Form von Anschaffungen zugute (Spiel-, Sportgeräte, Mehrwegbecher u.v.a.).
    Zur „Untermalung" der Pause gibt es an zwei Tagen in der Woche Pausenmusik. Die Organisation aller Aktivitäten liegt in den Händen von Schülern.


  7. Schulsanitätsdienst

    Seit dem 1.2.2002 werden halbjährlich ca. sechzehn Schülerinnen und Schülern der Realschule Beuel im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft in Erster Hilfe ausgebildet.
    Diese ausgebildeten Schulsanitäter leisten unter Aufsicht des Ausbilder der Ersten Hilfe (Herr Finke) im Bereitschaftsdienst

    - Hilfe bei der sachgerechten Versorgung verletzter und erkrankter SchülerInnen und LehrerInnen im Schulalltag und während aller schulischer Veranstaltungen (beim Sport, bei Schulfesten, Ausflügen, Schullandheimaufenthalten und Bundesjugendspielen). Dabei sichern die Schulsanitäter die ersten drei Glieder der Rettungskette bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder Transportes zum Arzt bzw. nach Hause

    - Hilfestellung bei der Verwaltung, Wartung und Ergänzung des zur Verfügung gestellten Sanitätsmaterials und machen Vorschläge zur Neuanschaffung. Einrichtung und Führung eine Sanitätsraumes

    - protokollarische Dienste, indem sie Unfälle nach Verletzung, Ursache und Situation erfassen, so dass eine fundierte Vorbeugung erfolgen kann

    - fachliche Beratung der Schule in allen Fragen der Unfallverhütung

    - informelle Betreuung und Beratung ihrer Mitschüler/innen zu gesundheitsrelevanten Fragestellungen


    Jeder Schulsanitäter trägt zuverlässig und gern die hohe Verantwortung für die Gesundheit seiner Mitschüler.
    Eine möglichst flächendeckende Ausbildung der Schüler/innen in der Ersten Hilfe an der Realschule Beuel wird in den nächsten zwei Jahren angestrebt.


  8. ASS – „Aktion Saubere Schule"

    Damit sich die erzieherische Wirkung eines sauberen Umfeldes entfalten kann, bedarf es in einer Schule mit über 50 Jahre alten Schulgebäuden besonderer Anstrengungen, um dafür entsprechende Voraussetzungen zu schaffen.
    Aktionen / Projekte mit dieser Zielsetzung sind:
    - Gestaltung von Fluren und Klassenräumen durch Schüler
    - (Wettbewerbe: „Wer hat den schönsten Klassenraum?")
    - Müllvermeidung (Anschaffung von Mehrwegbehältnissen, wie Brotdosen, Getränkeflaschen, Saftbecher u.a.)
    - regelmäßige Reinigungsaktionen in den Gebäuden und im Gelände


Zu allen Themenfeldern der „Gesunden Schule" wurden in einer Projektwoche im Juli 2003 besondere Projekte erstellt. Diese wurden im Rahmen eines großen Schulfestes mit durchgängigem Bühnenprogramm am 26.07.2003 der Öffentlichkeit präsentiert.